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Der Nokia N95 Computer 2.0


09.09.07 17:35

Ich nutze das Nokia N95 seit über 4 Monaten.

___Hauptmerkmale
+ Integrierter GPS-Empfänger
+ 5-Megapixel-Digitalkamera
+ Videos in hoher Qualität aufnehmen

- Schlechte Musikwiedergabe
- Schlechte Displayauflösung
- Mäßige Verarbeitung

___Lieferumfang
An einem schönen Tag Ende April kam ein Hermespaket. Ich habe es natürlich gleich geöffnet. Die bekannte Pappschachtel der Nokia Nseries in neuem Design kam zum Vorschein. Alles in schlichtem Grau gehalten. Nach dem Öffnen der Schachtel sieht man zunächst einmal nur das Gerät unter einer transparenten Kunststoffabdeckung liegen. Darunter befindet sich jedoch in mehreren Ebenen eines billigen Ziehkunststoff-Einsatzes das reichliche Zubehör. Der Pappeinsatz der anderen Nseries hat mir besser gefallen.
Mit dabei sind neben dem Standard (Ladegerät, Akku, Anleitungen, CD) Auch eine 256-MB-MicroSD mit Adapter, ein Video-Kabel, ein Datenkabel und ein Headset. Auf der Speicherkarte befindet sich das mitgelieferte Kartenmaterial. Leider war die Speicherkarte falsch formatiert, sodass ich sie neu formatieren musste und dann waren die Karten natürlich weg. Es lebe DSL. Auf das Headset gehe ich später im Zusammenhang mit dem MP3-Player ein.
Also Handy auf, Akku rein, Ladegerät dran und los geht’s!

___Display
Das riesige Display leuchtet auf. Der bekannte Nokia-Schriftzug erscheint. Aber nicht für lange: Schon nach ca. 20 Sekunden ist Symbian geladen. Das Display zeigt tolle leuchtende Farben mit unglaublicher Farbtiefe. Aber leider nur auf 240 x 320 Pixeln. Was beim N73 noch auszuhalten war, wirkt bei der riesigen Displayfläche des N95 eher billig: Ein VGA-Display wäre mehr als wünschenswert gewesen! Immerhin wurde mit "Symbian S60 3rd Edition Feature Pack 1" das Schrift- und Grafik-Rendering deutlich verbessert, sodass Bilder und Texte sehr scharf dargestellt werden.

___Tastatur
Die Tastatur ist schön und groß und hat sehr gute Druckpunkte. Eigentlich kann man sich nicht mehr wünschen. Trotzdem fand ich die Gummi-Tastatur des N80 zum Tippen angenehmer, auch den einteiligen Navkey des N80 fand ich leichter zu bedienen als den Zweiteiler des Nachfolgers. Aber das ist wohl auch Geschmacksache. Die Tastatur ist mehrfarbig beleuchtet, an der rechten Seite des Gerätes befinden sich drei Kameratasten. Die beiden Druckpunkte des Auslösers sind noch deutlicher von einander getrennt als beim N73, dadurch wird die Bedienung der Kamera noch einfacher und sicherer. Um über die lange Ladezeit der Kamera hinwegzutäuschen veranstaltet die Tastenbeleuchtung der Kameratasten während des Ladevorgangs lustige Lichtspielchen. Eine kürzere Ladezeit wäre mir lieber gewesen, aber was nicht ist, kann ja noch werden (z.B. nach einem Software-Update).
Und jetzt das, was mir als Linkshänder besonders gut gefällt: Wenn man das Gerät in der linken Hand hält, kann man alle Kamera-Tasten gut erreichen. So kann man nicht nur schnell die Galerie öffnen, sondern auch mit einem SEHR leichten Druck auf den Auslöser die Displaybeleuchtung einschalten. Mit der rechten Hand ist das allerdings schon bedeutend schwieriger. Die Multimediatasten unter dem oberen Slider haben keinen besonderen Druckpunkt und sind als einzelne Tasten auch kaum zu erfühlen. Da sie selten bis nie gebraucht werden und einwandfrei funktionieren, sehe ich darin aber keine Probleme. Trotzdem hat Nokia reagiert und in der 8-GB-Ausführung des N95 werden die Tasten stärker gewölbt sein und vermutlich auch einen besseren Druckpunkt besitzen. Andere Verbesserungen wären in meinen Augen wichtiger gewesen.

___Kamera
Das Nokia N95 ist eine Kamera. 5 Megapixel mit Carl Zeiss Optics sind auf dem Handy-Markt derzeit nicht zu toppen. Aber die Konkurrenz schläft nicht. Die Bilder sind aber wirklich sehr gut und mit einer billigen Digicam auf jeden Fall vergleichbar. Einzig ein optischer Zoom hat nicht mehr in das Gehäuse gepasst.
Nach dem Öffnen der filigranen aber stabilen Kameraabdeckung wird ins Querformat gewechselt und die Kamera-Funktion geladen. Dazu muss man einen kleinen Schieber neben der Kamera betätigen und der zweiteilige Kameraschutz öffnet sich. Diese Kameraabdeckung, wie man sie teilweise von alten analogen Fotoapparaten kennt, gefällt mir sehr gut; trotzdem wird sie bei der 8-GB-Ausführung fehlen.
Die Kamera braucht satte 5 Sekunden zum Laden. Dies ist ein Punkt, an dem Nokia noch nachbessern könnte. Über 2 Sekunden benötigt der Autofokus unter guten Lichtbedingungen, um die optimale Brennweite zu ermitteln. Immerhin: Sobald der Focus fertig gewerkelt hat, wird das Bild nach dem Durchdrücken des Auslösers ohne weitere Zeitverzögerung aufgenommen. Und die Bilder überzeugen auf der ganzen Linie: Schärfe und Farben sind bei Standardeinstellungen meist schon optimal, nicht mal Adobe Photoshop weiß da noch etwas zu verbessern. Bei schwierigeren Lichtverhältnissen helfen weitere Motivprogramme und jede Menge manuelle Einstellmöglichkeiten, wie sie schon vom N73 her bekannt sind.
Zu überzeugen weiß auch der Video-Modus, der Filme in VGA-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde ermöglicht. Auch hier zeigt sich die sehr gute Bildqualität, dazu kommt ein fast ruckelfreies Filmerlebnis mit erstaunlich gutem Ton.

[Zum Vergrößern klicken]

___Datenübertragung
Bei der Datenübertragung kann man sich nicht mehr wünschen, als das N95 bietet: Bluetooth mit A2DP für Stereo-Kopfhörer ohne Kabel, Infrarot, MiniUSB, einwandfrei funktionierendes WLAN, GPRS, EDGE und UMTS mit HSDPA - viel mehr gibt es gar nicht! Seit neuestem wird sogar im Display angezeigt, wenn HSDPA verwendet wird (Seit Firmware 12).

___Leistung
Die Prozessorleistung des N95 ist sehr gut: Ob beim Hochfahren, im Menü oder in der Galerie: Die Wartezeiten sind gegenüber den Vorgängermodellen allesamt auf ein Minimum reduziert worden. Nicht so gut sieht dagegen die Akkulaufzeit aus: Drei Tage Standby kann man erreichen, aber dann darf man so gut wie nichts mit dem Handy machen. Bei mir muss das N95 fast jeden Abend (oder spätestens nach zwei Tagen) an die Buchse.
Der Arbeitsspeicher wird zwar von der neusten Firmware gut genutzt und so können z.B. auch 5-MP-Bilder auf 800 % gezoomt werden, trotzdem merkt man ab und zu, dass der RAM doch wieder etwas zu klein ausgefallen ist. 150 MB interner Speicher sind OK, denn um eine große Speicherkarte von ein bis vier GB kommt ein Nutzer, der Fotos und Videos machen sowie den MP3-Player und die Navigation nutzen will, sowieso nicht herum.

___Software
Im N95 hat Nokia mal wieder einige Verbesserungen für den Benutzer eingebaut: So ist es nach langem Schreien der User endlich möglich, einen Wecker einzustellen, der jeden Werktag klingelt, oder auch jeden Mittwoch oder wann auch immer. Das konnte bisher jedes Billig-Handy, jetzt muss man auch im Multimediacomputer endlich nicht mehr jeden Tag den Wecker neu stellen. Weiterhin wurde die WLAN-Funktion verbessert, die Verbindung ist jetzt noch stabiler als beim N80 und bei mir noch nicht ein einziges Mal abgestürzt. Auch im aktiven Standby ist die WLAN-Suche nun integriert, wie dies von der N80 Internet-Edition bekannt ist: Man kommt in die Nähe eines WLAN und kann sich mit einem Klick auf den Desktop damit verbinden lassen.
Weiterhin wurde in der letzten Firmware die Galerie verbessert: Die Vorschaubilder werden nun binnen Sekunden geladen (alle 15 sichtbaren gleichzeitig) und 5-Megapixel-Bilder lassen sich endlich bis 800 % zoomen, was bisher aufgrund von Problemen mit dem kleinen Arbeitsspeicher nicht möglich war.
Außerdem ist im N95 der neue Nokia-Internetbrowser integriert, der Funktionen von WAP und Web vereint. Ein absolut geniales und schnelles mobiles Surferlebnis!
Auch ist ein 2D-Barcode-Scanner installier, den ich demnächst mal genauer unter die Lupe nehmen werde. Die Symbole im Hauptmenü lassen sich nun auch animiert anzeigen. Ein absolut unnötiges Feature, dass gleichzeitig die Bildqualität beeinträchtigt und nervt. Aber was S40 kann, darf natürlich auch im Multimedia-Flaggschiff nicht fehlen und zum Glück ist diese Funktion standardmäßig abgeschaltet.
Sehr schön dagegen ist der Landscape-Modus, in dem nun endlich alle Programme im Querformat zu verwenden sind und nicht nur die Galerie wie bei N73 & Co. Man schiebt den Slider einfach nach unten und schon hält man ein PSP-ähnliches Gerät in den Händen, auf dessen breitem Bildschirm Surfen, Spielen, Filmegucken und noch so manches noch mehr Spaß machen. Man hat dann nur leider keine Tastatur mehr. Beim Surfen kann es also vorkommen, dass man öfters den Slider hochschieben und wieder runterziehen muss, wenn man im Querformat surft und dann ein Formular ausfüllen will. Abhilfe schafft hier z.B. die Nokia-Funktastatur SU-8W (siehe Die Nokia SU-8W Bluetooth Funktastatur).
Ein weiterer sehr positiver Punkt: Im Gegensatz zum N80 kann man beim N95 endlich im geschlossenen zustand über eine Tastenkombination schnell die Tastatur sperren. Bei älteren Nokia-Slidern war das nur über das Profil-Menü möglich und sorgte im Alltag öfters für Unmut.

___MP3-Player
Der MP3-Player ist eine der Schattenseiten dieses tollen Gerätes: Die Musikbibliothek ist überarbeitet worden, dabei hat man leider die Funktion zerstört, die es ermöglicht, vom ersten Listenelement zum letzten zu springen, indem man "nach oben" navigiert. Man muss also um zum letzten Eintrag einer Liste zu gelangen die gesamte Liste herunterscrollen. Bei Listen aus mehreren hundert MP3-Titeln ist das eine sehr nervige Angelegenheit. Dazu kommt, dass das N95 allgemein ein hohes Grundrauschen hat. Wenn das Gerät in einem leisen Raum liegt, hört man das Grundrauschen schon, bevor der Klingelton abgespielt wird, wenn eine SMS oder ein Anruf eingeht. Ähnlich "toll" klingt auch der MP3-Player: Die Tonqualität ist mit guten Kopfhörern super, aber grade bei leisem Hören fällt das Rauschen ziemlich unangenehm auf.
Das mitgelieferte Headset ist vom Klang her hochwertiger, als es aussieht, selbst einige Bässe kommen rüber. Dennoch ist das Headset natürlich nicht mit teuren Produkten zu vergleichen. Es enthält eine Fernbedienung, mit der der MP3-Player komplett gesteuert werden kann.
Die internen Lautsprecher werden oft als sehr gut beschrieben. Sie sind auch nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Ich würde sie qualitativ höher als die des N73 einordnen, aber niedriger als den des N80.

___Verarbeitung
Die Verarbeitung ist neben dem Player der 2. Knackpunkt des Nokia N95. Auf den leicht wackelnden Slider des Gerätes werde ich hier nicht näher eingehen, da ich diesen in den nächsten Tagen tauschen lasse. Allgemein wirkt das Frontcover aber leider nicht annähernd so hochwertig wie das Backcover mit seiner gummiartigen Beschichtung. Aus dem Displayteil kann man außerdem hell die Tastenbeleuchtung durch die seitlichen Spalten herausstrahlen sehen. So etwas darf bei einem 700-Euro-Gerät einfach nicht sein. Ansonsten ist das Gerät aber zum Glück gut verarbeitet, nichts wackelt oder knarzt.

___GPS-Funktionen
Mit viel Elan bewirbt Nokia die GPS-Funktionen des N95. Der integrierte Satelliten-Empfänger ist auch wirklich praktisch, zumal mit der neusten Firmware dank AGPS die eigene Position binnen Sekunden gefunden wird. Dazu werden einige KB an Daten über das Internet heruntergeladen. (Bei Bedarf abschaltbar.) Leider ist der interne Empfänger aber nicht sehr empfangsstark und bei schlechtem Empfang ist die Positionsbestimmung dann auch dementsprechend ungenau (oder ohne AGPS gar nicht mehr möglich). Neben dem Navigationsprogramm "smart2go" (siehe Nokia Maps - Die beste Freeware aller Zeiten) sind auch einige GPS-Hilfsprogramme integriert oder kostenlos verfügbar: So z.B. ein Programm zum Verwalten der eigenen Orientierungspunkte, ein Programm, mit dem man Abstand und Richtung zu angegebenen Koordinaten anzeigen kann oder ein Tool zum Aufzeichnen einer zurückgelegten Strecke zum Export in Google Earth. Was man mit diesen Tools alles anstellen kann und wie sich das GPS im Off-Road-Bereich schlägt, kannst du hier nachlesen: Geocaching mit dem Nokia N95.

___Fazit
Das Nokia N95 ist (abgesehen vom Business-Boliden E90) das beste Gerät, das die Finnen bislang zu Stande gebracht haben. Bei der Verarbeitung hapert es teilweise noch etwas, aber immerhin knarzt nichts. Vom Akku hat man nach N80 & Co. gar nicht mehr erwartet, als das N95 liefert. Der mäßige MP3-Genuss ist für mich erträglich, da ich den Player recht wenig nutze. Als gutes Musik-Handy würde ich das N95 aber nicht bezeichnen. Das Einzige, das ich persönlich als ziemlich schlecht empfinde, ist die niedrige Displayauflösung - QVGA hat mittlerweile jedes Spielzeug-Handy und selbst Nokia hat schon besseres geliefert - für ein Multimedia-Flagschiff ist das also alles andere als zeitgemäß. Allerdings liefert die Konkurrenz auch nicht besseres.
Bei den positiven Punkten ist natürlich die Kamera und besonders auch die Videofunktion in den Vordergrund zu stellen. Auch das GPS hält weitestgehend, was es verspricht. Der Slider wurde gegenüber dem Vorgänger N80 ebenfalls deutlich verbessert. Dazu kommen einige Software-Verbesserungen, die sich sehen lassen.
Wer sich das N95 leisten kann, dem sei es hiermit wärmstens empfohlen. Es ist allerdings mit über 500 € wirklich noch ziemlich teuer.

___Alternative
Wer nicht ganz so viel Geld übrig hat, für den ist das N73 mit nicht viel schlechterer Kamera vielleicht eine Alternative. Man verzichtet hier zwar unter Anderem auf GPS und WLAN, zahlt aber auch nur die Hälfte.

___Nachtrag zum Artikel "Der Nokia N95 Multimedia-Computer - Erste Eindrücke" vom 3. Mai 2007
- Die kaputte Fernbedienung wurde von Nokia anstandslos ausgetauscht.
- Das Problem mit den Landkarten konnte durch Formatieren der Speicherkarte und Neuinstallation der Karten behoben werden.
- Die internen Laustprecher sind besser, als nach den ersten Eindrücken befürchtet.
- Seit der neuen Software Version 12 hat sich vieles verbessert, wie in diesem Test zu lesen ist, z.B. stürtzt der Browser seither nicht mehr ab.

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Kommentare zu diesem Artikel

[1] Arull schrieb am 27.01.08 11:30 Uhr

Sehr Gut

[2] Sebastian schrieb am 04.03.08 16:29 Uhr

Ich freu mich schon, wenn ich mein n95 übermorgen auspacken darf!!!

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