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Warum ich das iPhone mini immer noch nicht kaufe


15.12.21 15:08

Kamera-Modul des iPhone 12 mini in (product red)

Im April habe ich hier darüber philosophiert, warum ich das iPhone 12 mini (noch) nicht kaufe. Jetzt ist das iPhone SE (2016) wieder acht Monate älter und immer noch in Gebrauch, obwohl mittlerweile das 13 mini erschienen ist und das 12 mini in der Schublade liegt.
Ich hatte also inzwischen Gelegenheit, das iPhone 12 mini im Alltag zu testen, und wurde wieder einmal enttäuscht. Einerseits, weil es sich gar nicht so viel flotter und moderner anfühlt als das fünf Jahre ältere SE – was auch daran liegt, dass letzteres im Jahr 2021 erneut eine neue Betriebssystemversion bekommen hat und mit dieser sogar gefühlt etwas flüssiger läuft als mit iOS14 aus 2020. Insgesamt rennt das SE also nach wie vor tadellos und es ist bei Alltagsaufgaben gar kein großer Performancevorteil beim iPhone 12 zu erkennen.

Andererseits bin ich vom 12 mini enttäuscht, weil es eben doch gar nicht so mini ist, wie ich das nach dem ersten Ausprobieren im Laden gehofft hatte. Es ist tatsächlich ähnlich groß und schwer wie mein Sony Xperia Z1 Compact, das ich 2014 für wenige Wochen ausprobiert habe und dann gegen ein iPhone 5s eingetauscht habe – weil es mir zu groß und zu schwer war.
Ich frage mich ernsthaft, warum so gut wie niemand erkennt, dass das iPhone 5 (und 5s und SE) die perfekte Größe hatte. Ich habe tatsächlich recht kleine Hände für einen Mann. Wenn man die gesamte Bevölkerung betrachtet, dürfte ich aber ziemlicher Durchschnitt sein. Und ich kann ein iPhone 12 mini mit einer Hand nicht bequem greifen und über längere Zeit bedienen. Vor allem die 6 Millimeter zusätzlicher Breite und die 20 Gramm zusätzlichen Gewichts gegenüber dem SE stören hier merklich. In der Hosentasche sind es dagegen eher die 8 Millimeter zusätzlicher Länge, die sich negativ auswirken, insbesondere beim Radfahren.
Ich kann und möchte mit einem Handy auch kein Tablet und erst recht keinen Laptop ersetzen. Für mich ist es in erster Linie Kommunikationsmittel, Kamera und Orientierungshilfe – das geht alles auch mit einem 4-Zoll-Bildschirm. Und der muss noch nicht einmal randlos sein – ein bisschen Rand zum Festhalten tut der Ergonomie ganz gut. Was die Displayqualität angeht, kann ich nicht sagen, dass das 12 mini so viel besser wäre, dass man das SE anschließend nicht mehr sehen will. Vielmehr sind die iPhone-Displays schon seit dem iPhone 4 so gut, dass es anschließend keine wirklich bahnbrechenden Neuerungen mehr gab. Auch von der TapticEngine im iPhone mini bin ich enttäuscht. Einer der größten Nachteile beim iPhone SE ist, dass ich den Vibrationsalarm oft nicht spüre. Das iPhone 8 war in meiner Erinnerung deutlich besser, vom iPhone mini kann ich das leider nicht behaupten.

Einzig faceID und die neue Kamera haben mich beim iPhone 12 mini wirklich umgehauen. FaceID gehört zu den Dingen, die man leider im Handyladen nicht so richtig testen kann. Es ist aber tatsächlich eine unglaublich bequeme und schnelle Möglichkeit, das Handy zu entsperren. Kaum hat man es aus der Tasche genommen, ist es auch schon entsperrt – man vergisst den Entsperrvorgang regelrecht. Beim Einloggen in Apps und auf Webseiten muss man einfach gar nichts mehr tun, die Authentifizierung geschieht vollautomatisch – wenn man denn nicht gerade Maske trägt. Auch der Wisch nach oben um auf den Homebildschirm zurückzukehren oder zwischen Apps zu wechseln macht die Bedienung wesentlich bequemer – das ist allerdings ein reines Software-Feature, das den iPhones mit Home-Button vorenthalten wird. Den iPads mit Home-Button dagegen wurde die Funktion per Update nachgereicht.
Bei der Kamera ist es vor allem der unglaubliche Dynamikumfang, der mich staunen lässt. Bei Gegenlicht-Szenen holt das iPhone 12 mini viel mehr Informationen aus hellen Bereichen heraus, als es das iPhone SE mit seinem HDR-Modus kann. Ich bin leider zu wenig Experte um zu wissen, wie das genau funktioniert. Ich konnte lediglich feststellen, dass auch bewegte Objekte perfekt abgelichtet werden – damit hatte HDR beim iPhone SE immer große Probleme, deshalb gab es hier die Option, neben jedem HDR-Bild auch die Standard-Belichtung abzuspeichern. Die zusätzliche Superweitwinkel-Kamera in den neuen iPhones halte dagegen für verzichtbar. Vermutlich kann man sie hier und da mal brauchen, in vielen Fällen kann man statt dessen aber auch eine Panorama-Aufnahme machen.

So würde mein Traum-Gerät also aussehen: Die Gehäusemaße vom iPhone 5, darin die Technik vom iPhone 13. Und damit alles rein passt, verzichte ich auf die zweite Kamera und gerne auch auf einen USB-Anschluss und eine physische SIM-Karte.

Schon länger halten sich die Gerüchte, dass es 2022 kein neues iPhone mini mehr geben soll. Angeblich ist die Nachfrage zu gering, statt dessen soll es noch größere Geräte geben. Ich persönlich kann das nicht nachvollziehen. Ich habe nachgezählt und in meinem Bekanntenkreis ist das iPhone 12 mini ein Jahr nach seinem Erscheinen das am zweithäufigsten vertretene Handy – nach dem iPhone SE der ersten Generation. Zwei meiner Freunde sind vom iPhone 8 zum 12 mini gewechselt und bewerten es positiv, dass ihr neues Handy nun wieder etwas kleiner ist.
Vielleicht wird das Format des Mini in ein paar Jahren in Form eines neuen iPhone SE wiederbelebt. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass die Freunde kleiner Smartphones gar nicht die volle Ausstattung eines Flagship-Phones erwarten. Irgendwann wird mein iPhone SE aus 2016 das Ende seiner sinnvollen Nutzbarkeit erreichen und das iPhone mini wird dann das kleinste erhältliche vollwertige Smartphone sein. Es ist ok. Aber jetzt bekommt das gute alte SE erst einmal einen neuen Akku.

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– oder warum ich im Jahr 2021 immer noch mit einem iPhone SE von 2016 herumlaufe – Es gibt Menschen, die schleppen unentwegt einen riesigen Haufen Ballast mit sich herum und es scheint ihnen nichts auszumachen....

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