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Die gute Liste - Teil 6
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22.02.25 08:20
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Teil 6 – MOBILITÄT UND DIENSTLEISTUNGEN

Läuft seit Jahren und mehr als 10.000 km praktisch wartungsfrei: Riemenantrieb am Fahrrad
___MOBILITÄT
Wer wie ich in Karlsruhe wohnt, ist beim Thema Mobilität vielleicht nicht ganz repräsentativ für den Rest der Bevölkerung. Karlsruhe verfügt über ein einzigartiges Nahverkehrssystem, ist eine der fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands und kann nebenbei auch noch mit Abstand die meisten Carsharing-Fahrzeuge je Einwohner vorweisen.
Die Stadtbahnen fahren aus dem Umland direkt in die Fußgängerzone, durch grüne Korridore gelangt man von vielen Stadtteilen fast ampelfrei mit dem Rad in die Innenstadt (Berge gibt es sowieso nicht) und wer doch mal ein Auto braucht, muss bis zum nächsten Stadtmobil selten deutlich weiter laufen, als der Weg zum eigenen PKW auch wäre.
Einen ordentlich angebundenen ICE-Bahnhof haben wir auch - so fällt der Verzicht aufs eigene Auto nicht sehr schwer.
URLAUB
Egal, wo man wohnt und welches Verkehrsmittel man nutzt, ist es immer sinnvoll, lieber wenige längere Urlaube zu unternehmen anstatt viele kurze. Das ist nicht nur viel entspannter, sondern vermeidet nebenbei zusätzliches Verkehrsaufkommen und spart damit auch noch Reisekosten. Lieber eine zweiwöchige Fernreise im Jahr als zwei einwöchige. Bei Kurztrips sollten es mindestens drei Übernachtungen sein, statt nur einer oder zwei. So hat man zwei komplette Tage vor Ort und kann die Zeit stressfrei genießen.
Dass man in Deutschland, Österreich und der Schweiz die meisten Ziele mit der Bahn gut erreicht, ist bekannt. Aber auch viele weitere Länder Europas sind von Deutschland aus gut mit der Bahn zu erreichen. Bis Barcelona oder London kommt man mit den Hochgeschwindigkeitszügen von Süd- und Westdeutschland aus problemlos an einem Tag. In den ehemaligen Ostblock-Staaten kann man ein nostalgisches Eisenbahn-Flair erleben, inklusive Speisewagen, in denen noch richtig gekocht wird. In Richtung Italien oder Skandinavien bieten sich Nachtzüge an, auch wenn ich in denen leider nicht gut schlafen kann. Aber einen Versuch ist es allemal wert. Und bei Sonnenaufgang vor allen anderen Touristen in Venedig anzukommen, entschädigt für eine unbequeme Nacht.
Den nächsten Urlaubsort auf einer Eisenbahn-Karte nach der Erreichbarkeit per Bahn auszuwählen, kann auch eine willkommene Auswahlhilfe sein.
Den öffentlichen Nahverkehr vor Ort zu benutzen ist im Ausland gerade außerhalb der größeren Städte oft abenteuerlich. Nicht immer gibt es passende Apps und Internetseiten; die Fahr- und Linienpläne haben bisweilen ihr eigenes System und sind schwer zu durchschauen. Aber fast immer kommt man doch fast überall hin. Und nach einer Woche kennt man das Fahrpersonal und die übrigen Fahrgäste persönlich. Im deutschsprachigen Raum bekommt man häufig eine Gästekarte, mit der man den Nahverkehr vor Ort kostenlos nutzen kann. Bei der Konus-Gästekarte des Schwarzwalds beispielsweise ist der ÖPNV von Basel bis ins 200 Kilometer entfernte Karlsruhe inkludiert.
ALLTAG
Im Alltag lassen sich viele Strecken mit dem Fahrrad bewältigen. In der Stadt ist man damit oft sogar schneller am Ziel als mit jedem anderen Verkehrsmittel. Ausgestattet mit den passenden Fahrradkörben oder Gepäckträgern muss es nicht mal ein Lastenrad sein, um den Wocheneinkauf nach Hause zu bringen. Sollte der Wohnort etwas hügeliger sein, ist das mit elektrischer Tretunterstützung heutzutage kein Problem mehr. Und für Menschen, die sich auf einem Zweirad nicht so recht wohlfühlen, gibt es tolle dreirädrige Optionen.
Damit das Rad gerne und oft genutzt wird, sollte es gut ausgestattet und wartungsarm sein. Bei einem Rad mit Riemenantrieb und Nabenschaltung entfallen die wartungsintensive Kettenschaltung und Fahrradkette und man macht sich an selbigen auch nicht mehr schmutzig. Pannensichere Reifen und eine LED-Lichtanlage mit Nabendynamo verringern den Wartungsaufwand weiter bis auf ein Minimum.
Um das Diebstahlrisiko zu minimieren oder im Falle eines Falles zumindest die Chance zu haben, das Rad wiederzubekommen, sollte der Rahmen codiert werden. Das geht schnell und einfach zum Beispiel beim örtlichen Fahrradbüro des ADFC. Damit das Rad gar nicht erst geklaut wird, hilft auch ein gutes Fahrradschloss. Immer wieder liest man, dass man für den Kauf des Schlosses etwa 10% vom Preis des Rades einplanen sollte. Dafür bekommt man dann ein widerstandsfähiges Bügel-, Falt- oder Kettenschloss, das nicht so schnell nachgibt.
Ist ein elektronisches Fahrradschloss nachhaltig? Eigentlich ist es doch nur ein weiteres Stück Elektroschrott. Andererseits muss ein Fahrrad komfortabel sein, damit es benutzt wird und die Umwelt schonen kann. Ich kenne Menschen, die verzichten bewusst auf den Kauf eines Fahrrads mit Tretunterstützung, weil sie sich beim Radfahren sportlich betätigen wollen, fahren dann aber mit dem Auto zum Fitness-Studio, weil der Weg dorthin zum Radfahren zu hügelig sei.
Was das elektronische Fahrradschloss angeht, liebe ich mein IlockIT. Ein deutsches Produkt mit gutem Kundenservice, das hervorragend funktioniert. Als Rahmenschloss am Fahrrad montiert, wird es vom Smartphone über Bluetooth gesteuert. Es lässt sich so konfigurieren, dass es sich automatisch öffnet, wenn das Smartphone in die Nähe kommt. So kann das Handy in der Tasche bleiben und das Fahrrad schließt sich selbst auf, während ich die Einkäufe verstaue oder meinen Helm aufsetze. Auch das Schließen lässt sich automatisieren, ich erledige das aber lieber per Knopfdruck direkt am Schloss. Eine Akkuladung reicht bei täglicher Nutzung für viele Monate und bei Bedarf ist der Akku auch einfach und günstig austauschbar.
Soll der Umweltschutz nicht gleich beim nächsten Nässe- oder Kälte-Einbruch zu Ende sein, ist eine gute Regen- und Winterausstattung Pflicht. Wichtiger noch als eine Regenhose sind Überzieher für die Schuhe, damit man bei jedem Wetter trockene Füße behält.
Im Winterhalbjahr kann ein dünner Schlauchschal aus Merino-Wolle („Buff“) problemlos unter dem Fahrradhelm getragen werden und lässt sich bei großer Kälte auch über Mund und Nase ziehen.
___DIENSTLEISTUNGEN
Anbieter von Dienstleistungen zu wechseln macht keinen Spaß. Oftmals bleibt man aus Bequemlichkeit lieber beim angestammten Email-Provider oder der gewohnten Bank, um nicht hunderten von Kontakten und Firmen eine neue Email-Adresse oder Bankverbindung mitteilen zu müssen. Und dann kosten die nachhaltigen Alternativen auch noch Geld, wo man sich doch daran gewöhnt hat, dass ein (Email-)Konto kostenlos zu sein hat. Oder bezahlt man hier etwa mit seinen Daten oder lebt auf Kosten anderer und der Umwelt?
Posteo ist ein E-Mail-Anbieter aus Deutschland, der Wert auf Nachhaltigkeit und Datenschutz legt. Datenschutz beginnt hierbei mit Datensparsamkeit, denn bei der Anmeldung müssen keine persönlichen Daten angegeben werden, die Bezahlung des Mail-Kontos (1 € im Monat) kann auch in Bar erfolgen. Eine E-Mail-Adresse von Posteo ist ähnlich wie die Veja-Sneaker mittlerweile zum Erkennungszeichen von Menschen mit nachhaltiger Lebensweise geworden. Posteo nutzt Ökostrom und die Dienste der GLS- und der Umweltbank, womit wir auch schon bei den nächsten beiden Themen wären.
All unser Geld, das irgendwo auf Konten schlummert, wird von den Banken für die verschiedensten Zwecke genutzt. In der Regel investieren sie es möglichst gewinnbringend, nicht nur um den eigenen Gewinn zu maximieren, sondern auch zum Vorteil der Anteilseigner und der Kunden, denen so Dividenden und Zinsen gezahlt und Dienste billig oder sogar kostenlos angeboten werden können. Nur leider wird bei dieser Gewinnmaximierung häufig nicht viel wert auf nachhaltige Anlagen gelegt, denn diese werfen selten kurzfristig hohe Gewinne ab.
Es gibt alternative Banken, neben den beiden oben genannten beispielsweise auch die Triodos- und die Ethik-Bank. Hier sollen die Geldanlagen nicht (nur) Gewinne abwerfen, sondern auch möglichst viel Sinn stiften. Allerdings kommt man dabei um recht hohe Bankgebühren und vergleichsweise niedrige Zinsen nicht herum.
Besser sieht es beim Strom aus, denn „grüner“ Strom ist kaum mehr teurer als konventioneller und der Wechsel ist sehr schnell und einfach erledigt. Wer allerdings die Energiewende voran treiben möchte und an der Mietwohnung vielleicht nicht einmal einen Balkon hat, an dem sich eine Photovoltaik-Anlage installieren ließe, kann Mitglied einer Bürgerenergie-Genossenschaft werden. Diese Genossenschaften bauen vor Ort Photovoltaik- oder Windkraft-Anlagen und kooperieren dabei teilweise auch mit den lokalen Stadtwerken. In der Regel hat man als passives Mitglied keine Arbeit und bekommt für die erworbenen Genossenschafts-Anteile auch noch eine kleine Dividende ausgezahlt. Der erzeugte Strom wird, soweit er nicht direkt vor Ort verbraucht werden kann, über die Bürgerwerke verkauft. Bei diesem genossenschaftlichen Stromanbieter kann jede:r Ökostrom beziehen und damit wiederum die Energiewende vor Ort unterstützen.
INHALT:
Teil 1 – Allgemeines
Teil 2 – Lebensmittel
Teil 3 – Drogerie & Schreibwaren
Teil 4 – Küche
Teil 5 – Bekleidung & Outdoor
Teil 6 – Mobilität & Dienstleistungen
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