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Der Nokia N93i Multimedia Computer - Ein Testbericht


29.09.07 15:47

Ich nutze das N93i seit ca. einem Monat.

___Hauptmerkmale
+ Sehr gute Verarbeitung
+ Sehr schnelles Gerät
+ Optisches Zoom

- Sehr großes Gerät
- Unkomfortable Bedienung
- Ziemlich schlechter Lautsprecher

___Lieferumfang
Der Lieferumfang ist mit allen benötigten Kabeln (Ladekabel, Datenkabel, Videokabel), 1 GB miniSD, brauchbarem Headset und noch ein paar Kleinigkeiten (Trageschlaufe, Software, ...) erstaunlich groß ausgefallen. Gerade bei der Speicherkarte hat Nokia endlich einmal nicht gespart, 1 GB ist wirklich brauchbar. Das Headset ist das gleiche wie auch schon bei N80 und N73, die Tonqualität ist in Ordnung, aber nicht mit teuren Kopfhörern zu vergleichen. Verpackt ist alles in der grauen Nseries-Pappschachtel, wie man sie auch vom N95 her kennt: Das Gerät selbst liegt obenauf in der Mitte, daneben unter einer Papp-Abdeckung und unter dem Gerät befindet sich das reichliche Zubehör. Laut Nokia wird beim N93i auch eine Tasche mitgeliefert, diese scheint jedoch in Deutschland nicht zum Standard zu gehören, ich bin jedenfalls nicht der einzige, bei dem sie nicht mitgeliefert wurde.

___Display
Das Hauptdisplay ist nicht übermäßig groß, daher reicht die QVGA-Auflösung, um einigermaßen scharfe Bilder anzuzeigen. Die Farben des Displays sind sehr brillant, selbst bei voller Sonneneinstrahlung sind sie sehr deutlich zu erkennen. Hier kann man sich kaum mehr wünschen.
Beim kleinen Außendisplay dagegen genügt schon wenig Fremdlicht und man sieht überhaupt nicht mehr, dass sich unter der verspiegelten Oberfläche ein Display befindet. Gut abzulesen ist es eigentlich nur nachts oder in Innenräumen. Mit 128 x 36 Pixeln ist es auch extrem niedrig aufgelöst und nicht sehr schön anzusehen.

___Tastatur
Die Tastatur trägt mit dazu bei, dass das Nokia N93i nicht sehr angenehm zu bedienen ist: Die flache Razr-Tastatur reagiert zwar sehr zuverlässig auf alle Eingaben, hat aber weder spürbare Tasten noch spürbare Druckpunkte. Dazu kommt ein quasi nicht vorhandener Tastenhub. Hat man einiges mit der Tastatur getippt, fühlen sich die Finger an, als hätte man einige Reißbrettstifte in die Wand gedrückt.
Weiterhin ist die Tastatur sehr groß. So trifft man zwar die meisten Tasten sehr zuverlässig, aber man hat mit den Fingern stets große Wege zurückzulegen.
Die Kamera-Tasten an der Geräteseite sind wesentlich besser, liegen aber auch sehr weit auseinander: Bewegt man den Daumen im Kameramodus bis zum Auslöser, verdeckt man mit dem Zeigefinger meist schon den Blitz oder sogar die Kamera selbst.

___Bedienung
Bei der Bedienung fällt auf, dass man zumindest zum Öffnen des Gerätes, oft auch bei der Benutzung stets zwei freie Hände braucht. Das ist in vielen Situationen natürlich nicht gerade vorteilhaft.
Ungünstig sind auch die Anordnung des Nokia-Pop-Ports zum Anschluss eines Headsets an der Geräteseite sowie die Abdeckung, die sich darüber befindet. Abgesehen davon, dass man die Abdeckung häufig öffnen und schließen muss, kann man das Gerät mit angeschlossenem Headset quasi nicht mehr in die Tasche stecken, da seitlich der gesamte Headset-Stecker und die Abdeckklappe in den Raum stehen.
Bei aufgeklapptem Gerät fallen zwei weitere Probleme auf: Zum einen ist der Einschaltknopf durch den Displayteil verdeckt, sodass das Gerät zum Profilwechsel geschlossen werden muss. Zum anderen kann man das N93i im geöffneten Zustand nicht ablegen, da es dann auf einer Gehäuseecke aufsitzt und nicht mehr gerade auf dem Tisch liegt.
Praktisch dagegen sind die Bedienmöglichkeiten im geschlossenen Zustand. Sofern man auf dem Außendisplay etwas erkennt, kann man mit den seitlichen Gerätetasten ohne das Handy öffnen zu müssen den Musikplayer starten und bedienen, die Profile wechseln oder das Gerät ein- und ausschalten, die Tasten sperren und freigeben sowie die Fotoleuchte als Taschenlampe benutzen. Datum, Uhrzeit, Empfang und Akkuzustand sowie Statussymbole werden auf dem Außendisplay standardmäßig angezeigt. Man kann das N93i auch in einem Laptop-Ähnlichen Zustand benutzen. Das Display wird dann Quer angezeigt, was für einige Anwendungen ganz praktisch ist. Es wird dabei jedoch ein Teil der Tastatur verdeckt, sodass zur Texteingabe eine externe Tastatur erforderlich wird.

___Kamera
Über die Kamera habe ich einen eigenen Testbericht verfasst, der hier nachzulesen ist.
Zusammenfassend sei hier folgendes erwähnt: Die 3-Megapixel-Kamera mit Autofokus ist für ein S60-Gerät erstaunlich schnell. Aktiviert wird sie, indem man das Display in den Kamera-Modus schwenkt. Eine Kunststoffabdeckung zum Schutz der Kamera wird ebenfalls mitgeliefert, diese ist jedoch nicht unbedingt erforderlich, da sie wenig nützt und viel stört und leicht verloren geht. Gesonderte Tasten für den Videomodus und die Fotoleuchte vereinfachen die Bedienung der Kamera. Weiterhin hat sie mit dem optischen Zoom einen Vorteil, dem kein anderes derzeit erhältliches Mobiltelefon etwas entgegenzusetzen hat. Leider ist jedoch das Objektiv entsprechend lichtschwach, worunter die Bildqualität etwas leidet.
Auch beim Videomodus fällt das lichtschwache Objektiv ins Gewicht. Weiterhin ist das Mikrofon unterhalb der Tastatur so positioniert, dass man es beim Filmen leicht versehentlich mit den Fingern abdeckt.
Insgesamt ist die Kamera des Nokia N93i nicht schlecht. Andere Geräte wie das N73 oder das N95 können aber durchaus mithalten.

___Datenübertragung
Bei der Datenübertragung lässt das N93i nichts zu wünschen übrig. Bluetooth, Infrarot, UMTS und GPRS sind selbstverständlich mit an Bord, WLAN funktioniert einwandfrei und über den ungünstig positionierten Pop-Port ist es auch kein Problem, das Gerät als Wechseldatenträger zu verwenden.

___Leistung
Die Hardware des N93i leistet sehr viel: Der Prozessor startet das Betriebssystem in ca. 20 Sekunden und auch im Betrieb läuft alles sehr schnell und flüssig, teilweise sogar schneller als bei Nokia N95. Nokia N93i und N95 haben den gleichen Akku, aber das N93i geht wesentlich sparsamer mit den Reserven um: 4 Tage Betrieb sind auch bei einiger Benutzung des Telefons kein Problem. (Zum Vergleich: Das N95 macht schon zwei Tage früher Schluss.)
Leider ist der interne Lautsprecher nicht sehr gut. Ähnlich wie beim N73 übersteuert er hohe Töne, während er tiefe Töne nicht wiedergibt. Musik zu hören macht hiermit wenig Spaß.

___Software
Software leistet leider weniger als die Hardware: Das N93i ist zwar ein 2007er Gerät, aber letztlich doch nur eine Überarbeitung des N93 von 2006. Daher verfügt es auch nicht über die neueste S60-Version. Das zeigt sich unter Anderem in einigen gegenüber neueren Geräten fehlenden Funktionen (regelmäßiges Wecken, Unterordner im Menü, der neue Internetbrowser etc. fehlen) sowie im schlechteren Grafik-Rendering, Bildschirminhalte werden also nicht immer perfekt scharf dargestellt. Ansonsten beinhaltet das N93i natürlich alle von Symbian S60 her bekannten Funktionen, wie den aktiven Standby, die fast uneingeschränkte Personalisierbarkeit und Erweiterbarkeit und vieles mehr (nachzulesen in meinen Testberichten anderer S60-Geräte). Von der Software her unterstützt das Nokia N93i außerdem alle GPS-Funktionen des N95, es ist dazu nur ein externer GPS-Empfänger erforderlich.

___Verarbeitung/ Äußeres
Mit der Verarbeitung kann das N93i im wahrsten Sinne des Wortes glänzen. Abgesehen vom Akkudeckel sitzt alles bombenfest und ist hochwertig verarbeitet. Metall- und Spiegelelemente lassen das Gerät äußerst hochwertig erscheinen. Man liest häufig, dass die verspiegelte Front sehr empfindlich für Kratzer sei. Mein Gerät hat aber in den Wochen, seit ich es benutze, keinen einzigen Kratzer abbekommen, schon eine einfache Handysocke genügt, um das Nokia N93i optimal zu schützen.
Besonders faszinierend ist der Dreh-Klapp-Mechanismus: In allen vorgesehenen Stellungen schnappt das Gelenk halbautomatisch ein und hält das Display dann sicher fest. Durch die große Hebelwirkung gibt das aus Metall bestehende Gelenk unter Belastung zwar etwas nach, ein Wackeln aber sucht man vergebens. So eine geniale Mechanik hat Nokia seit langem nicht geliefert, hierfür ein dickes Plus.
Rein äußerlich ist das Gerät ein wahres Schmuckstück. Es ist jedoch auch sehr schwer uns groß, was weniger bei der Bedienung als vielmehr beim Transport hinderlich ist. Das N93i in einer Hosentasche mitzunehmen kann man eher vergessen.

___Fazit
Das Nokia N93i ist einfach nur Luxus. Im Fond der S-Klasse hat man genug Platz, ein so großes Gerät zu nutzen und man hat auch beide Hände frei und alle Zeit der Welt. Kamera, Display und Verarbeitung fallen dementsprechend sehr gut aus, von einer praxisgerechten Bedienung ist das N93i jedoch recht weit entfernt. Empfehlen kann ich das Gerät daher nur demjenigen, der das Telefon als ausgefallenes Spielzeug oder als Zweithandy für besondere Anlässe benutzen möchte. Als Alltagsgerät ist das Nokia N93i weniger geeignet.

___Alternativen
Andere Geräte der Nokia Nseries wie N73 und N95 leisten in Bezug auf Kamera, Display und Software nicht weniger als das N93i. Sie sind zwar weniger edel und zum Teil auch weniger gut verarbeitet, aber dafür durch eine deutlich praxisgerechtere Bedienung weit alltagstauglicher.

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Kommentare zu diesem Artikel

[1] Lothar Peters schrieb am 23.05.08 17:40 Uhr

was die Kommentare über die "Bedienungsfreundlichkeit" des N93i betrifft, kann ich leider nur zustimmen. Leider finde ich weder in diesem noch in anderen Testberichten noch bei Nokia ausführliche bzw. VOLLSTÄNDIGE Informationen in Bezug auf Nutzungs-Umfang/Möglichkeiten per UMTS

[2] Benjamin schrieb am 23.05.08 18:18 Uhr

Hallo Lothar, ich denke, ein Testbericht ist nie "vollständig", da es ja kein Datenblatt ist, sondern eine Schilderung subjektiver Eindrücke. Die Möglichkeiten per UMTS sind bei allen UMTS-Geräten nahezu identisch. Hierbei spielt das entsprechende Endgerät kaum eine Rolle, es kommt mehr auf die Infrastruktur des Netzbetreibers an: UMTS beschleunigt die Datenübertragung beim Surfen und ermöglich Video-Telefonie, Video-Streaming sowie die gleichzeitige Nutzung von Daten- und Sprachdiensten. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne bei mir melden. Gruß Benjamin

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